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Ein Riss im Paradigma der Cybersecurity?

Is the Cybersecurity Paradigm Broken?

Steht das Abwehrmodell vor dem Zusammenbruch?

Während 2026 Fahrt aufnimmt, stellt sich eine wichtige Frage: Bröckelt das Paradigma der Cybersecurity und sollte es von Grund auf überdacht werden? Dieser Gedanke mag sich gewagt anhören, insbesondere, wenn er im Blog eines Cybersecurity-Unternehmens auftaucht, doch schauen wir uns das Ganze in Ruhe an.

Abwehrmaßnahmen werden zwar immer besser und auch das Bewusstsein für Cyberbedrohungen wächst, doch die Opferzahlen nehmen weiter zu. Schlimmer noch, während staatliche oder von Staaten finanzierte Aktivitäten – sei es der Angriff auf kritische Infrastrukturen oder Wirtschaftsspionage – vormals tabu waren, so scheint das heute gang und gäbe geworden zu sein.

Aus Einzelfällen werden strategische Muster

Was wir aktuell beobachten, ist keine Serie von unzusammenhängenden Angriffen oder Gelegenheitskampagnen, sondern ein ausgewachsenes strategisches Geschäftsmodell. Die folgenden Fälle zeigen, wie dieses Modell praktisch funktioniert und weshalb herkömmliche Abwehrmaßnahmen immer weniger zu den Gegebenheiten passen.

Westlichen Demokratien gegenüber abgeneigte Nationen unterhalten seit einiger Zeit Beziehungen zu kriminellen Ransomware-Betreibern. Laut dem Bericht Dark Covenant 3.0: Controlled Impunity and Russia‘s Cybercriminals von Recorded Future reichen die Vertraulichkeiten (im Falle von Russland) von stillschweigenden Vereinbarungen bis hin zu direkten Verbindungen. Dadurch ergibt sich eine große Auswahl an Akteuren, um diese Staaten bei nationalen Cyberaktivitäten zu unterstützen und gleichzeitig glaubhafte Bestreitbarkeit dafür abzusichern.

Der Übergang zur Offensive

Und wenn das noch nicht Bedrohung genug ist, kommt außerdem zunehmend KI zum Einsatz, um Phishing-Angriffe zu verbessern oder schlimmer. Westliche Mächte scheinen im Nachteil zu sein und einen neuen Ansatz zu benötigen. Einige Länder erwägen aktuell bereits Alternativen:

Risiken, die wir nicht ignorieren dürfen

Mit dem Internet wurden Verhaltensweisen, die vielleicht im Kalten Krieg üblich und erwartet waren, auf den Müll verbannt – zusammen mit Röhrenbildschirmen und Disketten. Mag die Idee des sofort zurückschlagenden Karmas auch verlockend klingen, so stellen sich doch einige ernste rechtliche, moralische und ethische Fragen. Wenn wir dieselben Methoden einsetzen wie unsere wirtschaftlichen und ideologischen Opponenten, welche Gefahren gehen damit einher? Welche Risiken bergen offensive Aktivitäten des privaten Sektors? Lassen sich unerwünschte Konsequenzen absehen?

Die Frage lautet daher nicht „Können wir?“, sondern „Was passiert, wenn wir es tun?“.

Sind diese Risiken nachvollziehbar oder nur Panikmache? Wie in unserem Jahresbericht ausgeführt steigen die Opferzahlen unaufhaltsam weiter. Obwohl sich eine aggressivere und sichtbarere Antwort auf Cyberangriffe befriedigend anhört, so müssen dennoch unbeabsichtigte Folgen genau abgewogen werden, bevor hier eine neue Herangehensweise unterstützt wird. Es heißt nicht umsonst: Was man sät, das wird man ernten.

 

Übersetzung: Doreen Schäfer

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