Lieferkettenangriffe: Ein Einblick

Supply chain attacks

Bekannte Lieferkettenangriffe

Lieferkettenangriffe (Supply Chain Attacks) haben es in den vergangenen zehn Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geschafft, wobei sie allerdings zunehmend häufiger auftreten. Dabei wird schädlicher Code in vertrauenswürdige Produkte – sei es Hardware oder Software – eingeschleust, die dann wiederum die Unternehmen kompromittieren, die diese Produkte einsetzen. Angreifer visieren Zulieferer an, um deren Kundenbeziehungen auszunutzen und so möglicherweise Tausende oder gar Millionen Opfer zu erreichen. Die Ausmaße dieser Bedrohung sind überwältigend. Dies sind nur einige Beispiele:

Diese Angriffe verdeutlichen das Ausmaß und die Logik von Lieferkettenangriffen. Ein erfolgreicher Angriff kann möglicherweise Tausende oder mehr Kunden kompromittieren. Unabhängig vom Motiv hinter einer Attacke, das je nach Akteur und Opfer variiert und von Lösegeldforderungen über Hacktivismus bis hin zu Spionage reichen kann, ist doch immer mit ernsten Folgen zu rechnen. Laut dem Ransom-ISAC-Team sind Open-Source-Bibliotheken beispielsweise zum Ziel geworden, weil „unterfinanzierte Betreiber von Open-Source-Paketen der wirkungsvollste Einstiegspunkt in die Lieferkette von nahezu jedem Unternehmen auf dem Planeten sind“.

Das Problem

Der Wechsel zu cloudbasierten Diensten in den letzten zwanzig Jahren hat für Hacker ideale Bedingungen geschaffen. Die Entwicklung von SaaS, bei der Sicherheit häufig eine nachrangige Rolle spielt, hat Lieferketten so anfällig wie noch nie gemacht. Das bis 2014 geltende interne Facebook-Motto „Move fast and break things“ im Sinne von „neue Entwicklungen schnell vorantreiben und veröffentlichen, ohne zu sehr auf Perfektion zu setzen“ ist ein perfektes Beispiel für eine Kultur, in der Funktionalität statt Sicherheit im Vordergrund steht. Das ist auch nicht überraschend, immerhin folgen die Prioritäten der Software-Entwickler dem Finanzfluss ihrer Kunden. Welcher Einkäufer interessiert sich schon dafür, ob eine SaaS gemäß der „Secure by Design“-Prinzipien entwickelt wurde.

Was können Sie tun?

Der erste wichtige Schritt besteht darin, sich der Risiken durch Lieferkettenangriffe bewusst zu werden. Zwar gibt es viele ausgeklügelte und durchaus komplexe Cyberangriffe, aber der Großteil ist eher schlicht und kann mit einigen einfachen Maßnahmen abgewehrt werden. Das Risikomanagement einer Lieferkette (SCRM; Supply Chain Risk Management) beginnt mit einer Risikobeurteilung, um herauszufinden, welche Vermögenswerte geschützt werden müssen, welche Risiken von Zulieferern ausgehen und welche Auswirkungen eine Sicherheitsverletzung haben könnte. Anhand dieser Informationen wird dann eine passende Strategie ausgearbeitet, um die Auswirkungen eines Lieferkettenangriffs zu minimieren.

Diese Strategie ist in Art und Umfang für jedes Unternehmen einzigartig und kann stark variieren, da sie von den jeweiligen Zulieferern, Kunden, Vermögenswerten und weiteren Faktoren abhängt. Folglich gibt es leider auch keine allgemeingültige Universallösung. Anstatt also eine möglicherweise irreführende Anleitung zu geben oder noch schlimmer eine Liste „Die 5 besten Maßnahmen zum Schutz vor Lieferkettenangriffen“ bereitzustellen, empfehlen wir Ihnen, sich näher mit den verlinkten Referenzen im Folgenden zu befassen. Die gute Nachricht: Wenn Sie bis hierher gelesen haben, haben Sie den ersten Schritt schon getan.

Referenzen:

 

Übersetzung: Doreen Schäfer

Luke Connolly

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